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Petrus-Damian-Schüler besichtigen das KZ Buchenwald |
Nachdem sie sich im Unterricht lange und intensiv auf diesen Tag vorbereitet hatten, wollten sich die Jugendlichen nun die Gedenkstätte in der Nähe von Weimar selbst ansehen. Durch die schriftlichen Erinnerungen eines Überlebenden des ehemaligen Lagers, die sie im Unterricht gelesen hatten, wussten die jungen Leute von den Gräueltaten, die sich an diesem Ort zwischen 1937 und 1945 unter dem Naziregime ereignet hatten. »Ich weiß nicht, ob ich es aushalten werde, dort zu sein«, befürchtete Schüler Alessandro Konrad unter dem Eindruck der Lektüre schon im Vorfeld des Besuches.
Die Schüler beschlich ein beklemmendes Gefühl, als sie schließlich den ehemaligen Gefängnistrakt und den Appellhof des Lagers betraten. Hier hatten Sinti, Roma, Juden, Homosexuelle und später dann sowjetische Strafgefangene unsäglich unter der Gewalt gelitten und vergebens um ihr Leben gekämpft. An den Gedenkstätten für all diese Opfer verstummte dann auch jedes Gespräch und die Schüler ließ die Eindrücke auf sich wirken.
War es angesichts der riesigen Fläche mit den erhaltenen Grundrissen der Baracken des ehemaligen Lagers schon schwierig, die Fassung zu wahren, so stellte das Krematorium für wohl alle Schüler und Lehrer den Inbegriff der Perfidität der Naziherrschaft dar. Hier entzündete Klassensprecherin Beatrice Huckenbeck eine Kerze zum Gedenken an die unzähligen Toten, die in dem Konzentrationslager umgekommen waren. »Ich muss hier raus, ich ertrage die Gräuel nicht«, drückte einer der Schüler seine Empfindungen aus.
Frierend und im Nebel legten die Jugendlichen dann den Weg zurück, den die Häftlinge des Lagers damals zum Steinbruch gehen mussten. Wie hatten die Menschen hier bei Wind und Wetter, nur unzureichend bekleidet und ernährt, arbeiten können, fragten sie sich. Beeindruckend war die Größe des Steinbruchs, der in einem Zeitraum von acht Jahren durch Fronarbeit der Lagerinsassen entstanden war.
An den Gesichtern der Schüler konnten die Lehrer ablesen, dass niemand von diesem denkwürdigen Besuch unberührt geblieben war.
Quelle: Westfalen-Blatt vom 13.11.2007
